Schwäbische Seelen mit Dinkel sind ein aromatisches, milchfreies Hefegebäck mit goldbrauner Kruste und lockerer Krume. Durch den über Nacht gereiften Vorteig entwickeln sie viel Geschmack, während Schwarzkümmel oder klassischer Kümmel für die typisch herzhafte Note sorgen.

Was sind Schwäbische Seelen?

Schwäbische Seelen sind längliche, von Hand geformte Gebäcke aus einem sehr weichen Hefeteig. Besonders bekannt sind sie in Schwaben und im Raum Augsburg. Traditionell werden sie vor dem Backen mit grobem Brezelsalz und Kümmel bestreut und heiß mit Dampf gebacken.

Die Seelen schmecken frisch zum Frühstück, zu einer herzhaften Brotzeit oder als Beilage beim Grillen. Weitere passende Ideen findest Du bei meinen milchfreien Brötchenrezepten.

Aufgeschnittene  Dinkelseelen  mit  lockerer,  unregelmäßiger  Krume
Der Anschnitt macht die lockere Krume sichtbar, die durch den reifen Vorteig und die schonende Teigverarbeitung entsteht.

Ein Vorteig für ein kräftiges Aroma

Der Vorteig aus Wasser, wenig Hefe und Weizenmehl reift 12 Stunden bei Raumtemperatur. Während dieser Zeit entwickelt er feine Bläschen und ein intensiveres Aroma. Reif ist er, wenn seine Oberfläche deutlich von Blasen durchzogen ist und er angenehm hefig duftet.

Obwohl das Rezept Dinkelmehl enthält, handelt es sich nicht um reine Dinkelseelen: Der Vorteig wird mit Weizenmehl Type 550 angesetzt, während für den Hauptteig Dinkelmehl Type 630 verwendet wird.

So gelingt der weiche Dinkelteig

Mit insgesamt 350 g Wasser auf 500 g Mehl besitzt der Teig eine Teigausbeute von 170 und bleibt entsprechend weich. Damit die Dinkelstruktur stabil bleibt, wird er zunächst 2 Minuten langsam und anschließend 8 Minuten schnell geknetet.

Nach dem Kneten wird der Teig nur einmal gedehnt und gefaltet. Beim späteren Formen sollten Hände und Arbeitsfläche gut befeuchtet sein. So lassen sich die länglichen Seelen abnehmen, ohne unnötig Mehl einzuarbeiten oder die eingeschlossenen Gärgase herauszudrücken.

Viel Spaß beim Anschauen und Nachbacken! Schreibe mir gerne in die Kommentare, wie Dir die Schwäbischen Seelen gelungen sind und ob Du sie lieber mit Kümmel oder Schwarzkümmel bestreust.

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Schwäbische Seelen mit Dinkel

Aromatische, milchfreie Schwäbische Seelen mit Dinkelmehl, über Nacht gereiftem Vorteig, lockerer Krume und knuspriger Salz-Kümmel-Kruste.
Zubereitungszeit40 Minuten
Gesamtzeit14 Stunden 20 Minuten
Gericht: Brötchen, Brot
Küche: Deutsch, Schwäbisch
Schlüsselwörter: Brot mit Vorteig, Dinkelbrötchen, Dinkelseelen, milchfreie Brötchen, Schwäbische Seelen, schwäbisches Gebäck, Seelen selber machen
Portionen: 4 Seelen
Kalorien: 450 kcal
Kosten: ca. 1,80 Euro gesamt

Kochutensilien

  • Küchenwaage
  • Messbecher
  • Kleine Schüssel mit Deckel
  • Esslöffel
  • Küchenmaschine mit Knethaken
  • Große Schüssel
  • Backpinsel
  • Teigschaber
  • Mittlere Schüssel
  • Großes Brett oder Einschießer
  • Backpapier
  • Sprühflasche
  • Backofen
  • Backstein
  • Fettpfanne
  • Ofenhandschuhe

Zutaten

Für den Vorteig

  • 160 g Wasser
  • 1 g Frischhefe
  • 160 g Weizenmehl Type 550

Für den Hauptteig

  • gereifter Vorteig
  • 190 g Wasser
  • 5 g Frischhefe
  • 10 g Salz
  • 10 g Backmalz
  • 340 g Dinkelmehl Type 630

Außerdem

  • etwas neutrales Pflanzenöl für die Schüssel
  • nach Geschmack grobes Brezelsalz
  • nach Geschmack ganzer Kümmel oder Schwarzkümmel
  • 100 ml Wasser zum Schwaden

Anleitungen

Vorteig ansetzen

  • Löse die Hefe im Wasser auf. Gib das Weizenmehl hinzu und verrühre alles gründlich, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist.
  • Decke die Schüssel mit dem Deckel ab und lasse den Vorteig 12 Stunden bei Raumtemperatur reifen. Der reife Vorteig sollte sichtbar von Bläschen durchzogen sein.

Hauptteig kneten

  • Gib den gereiften Vorteig zusammen mit Wasser, Hefe, Salz, Backmalz und Dinkelmehl in die Schüssel der Küchenmaschine.
  • Knete die Zutaten zunächst 2 Minuten auf langsamer Stufe und anschließend 8 Minuten auf schneller Stufe. Der fertige Teig ist glatt und elastisch, bleibt aufgrund seines hohen Wasseranteils aber sehr weich.

Teig dehnen und gehen lassen

  • Bestreiche die große Schüssel dünn mit Pflanzenöl. Gib den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche und dehne und falte ihn einmal von mehreren Seiten zur Mitte, bis eine leichte Spannung entsteht.
  • Lege den Teig in die vorbereitete Schüssel, decke ihn ab und lasse ihn 1 Stunde bei Raumtemperatur gehen.

Backofen und Arbeitsplatz vorbereiten

  • Heize den Backofen mit dem Backstein mindestens 30 Minuten auf 240 °C Ober-/Unterhitze vor. Stelle gleichzeitig eine Fettpfanne auf den Ofenboden.
  • Lege einen Bogen Backpapier auf ein großes Brett oder einen Einschießer. Stelle eine Schüssel mit Wasser bereit und befeuchte Hände und Arbeitsfläche gründlich.

Seelen formen und bestreuen

  • Löse den weichen Teig vorsichtig aus der Schüssel. Ziehe mit nassen Händen nacheinander vier längliche Teigstücke ab und lege sie mit Abstand auf das Backpapier. Drücke den Teig nicht zusammen, damit möglichst viel Luft erhalten bleibt.
  • Befeuchte die Oberfläche leicht mit Wasser und bestreue die Seelen nach Geschmack mit grobem Brezelsalz sowie Kümmel oder Schwarzkümmel.

Seelen mit Dampf backen

  • Ziehe das Backpapier mit den Seelen auf den heißen Backstein. Gieße sofort 100 ml Wasser in die heiße Fettpfanne und schließe die Ofentür umgehend. Vorsicht: Dabei entsteht sehr heißer Dampf.
  • Backe die Seelen bei 240 °C Ober-/Unterhitze 15–18 Minuten, bis sie kräftig goldbraun sind. Nimm sie mit Ofenhandschuhen aus dem Ofen und lasse sie vor dem Anschneiden mindestens 20 Minuten abkühlen.

Notizen

Zeitplanung:
Der Vorteig benötigt 12 Stunden Reifezeit. Bereite ihn deshalb am besten am Vorabend zu.
Beispielhafter Ablauf:
  • Vorabend, 20:00–20:05 Uhr: Vorteig ansetzen
  • Über Nacht, 20:05–08:05 Uhr: Vorteig bei Raumtemperatur reifen lassen
  • 08:05–08:20 Uhr: Hauptteig zubereiten und kneten
  • 08:20–08:25 Uhr: Teig dehnen und falten
  • 08:25–09:25 Uhr: Teig abgedeckt gehen lassen
  • Ab 08:55 Uhr: Backofen und Backstein vorheizen
  • 09:25–09:40 Uhr: Seelen formen und bestreuen
  • 09:40–09:58 Uhr: Seelen backen
  • 09:58–10:18 Uhr: mindestens 20 Minuten abkühlen lassen
Reife- und Gehzeiten können je nach Raumtemperatur, Teigtemperatur und Teigentwicklung etwas abweichen. Entscheidend ist der sichtbare Reifezustand des Teiges.
Weicher Teig: Der Teig besitzt eine Teigausbeute von 170 und soll weich bleiben. Arbeite beim Formen lieber mit nassen Händen als mit zusätzlichem Mehl.
Dinkelteig schonend kneten: Halte die angegebene Knetzeit im Blick und prüfe die Teigentwicklung. Dinkelteig kann bei zu langem, intensivem Kneten seine Stabilität verlieren.
Backmalz: Verwende für dieses Rezept ein zum Backen geeignetes Backmalz. Prüfe die Zutatenliste des verwendeten Produkts, wenn das Gebäck sicher milchfrei bleiben soll.
Alternative Bestreuung: Neben Kümmel oder Schwarzkümmel eignen sich Sesam, Mohn, Kürbiskerne oder andere Saaten. Zusätzlicher Käse würde die hier beschriebene milchfreie Variante verändern.
Schwaden: Gieße das Wasser ausschließlich in eine dafür geeignete heiße Fettpfanne. Halte Gesicht und Hände vom austretenden Dampf fern und öffne die Ofentür vorsichtig.
Aufbewahrung: Frisch gebacken schmecken die Seelen am besten. Vollständig ausgekühlt lassen sie sich luftdicht verpackt etwa einen Tag aufbewahren oder einfrieren. Zum Servieren kurz im heißen Backofen aufbacken.
Kalorienberechnung: Die Schätzung von rund 450 kcal pro Seele basiert auf Mehl, Backmalz, Hefe und einer kleinen aufgenommenen Menge Pflanzenöl und Saaten. Je nach verwendeter Bestreuung kann der tatsächliche Wert etwas abweichen.

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Backstein
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Fettpfanne
Die Fettpfanne nimmt das Wasser zum Schwaden auf. Der entstehende Dampf hält die Oberfläche zu Beginn des Backens elastisch.
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